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Meisterwerk aus der Wunderkammer Christoph Weickmann im New Yorker Metropolitan Museum of Art (Met)

 

Eines der bedeutendsten Stücke aus der Wunderkammer des Ulmer Kaufmanns Christoph Weikmanns im Museum Ulm, ein afrikanisches Männergewand aus Mali aus dem Jahre 1650, ist in der großen neuen Sonderausstellung „Sahel: art and empires on the shores of the sahara“ vom 30. Januar – 10. Mai 2020 im renommierten New Yorker Metropolitan Museum Of Art (Met) zu sehen.

Seit dem ersten Jahrtausend war die westliche Sahelzone – eine riesige Region in Afrika südlich der Sahara, die sich über den heutigen Senegal, Mali, Mauretanien und Niger erstreckt – die Geburtsstätte einer Reihe einflussreicher Politiken. Angetrieben von einem Netz globaler Handelsrouten, die sich über die Region entwickelten, pflegten die Imperien Ghana (300-1200), Mali (1230-1600), Songhay (1464-1591) und Segu (1640-1861) eine enorm reiche materielle Kultur.

„Sahel: Kunst und Reiche an den Ufern der Sahara“ im Met wird die erste Ausstellung dieser Art sein, die das Erbe dieser mächtigen Staaten und das, was sie in der bildenden Kunst hervorbrachten, nachzeichnet. Die Präsentation wird transformative Entwicklungen – wie den Aufstieg und Fall der politischen Dynastien und die Ankunft des Islam – anhand von etwa zweihundert Objekten in den Mittelpunkt stellen, darunter Skulpturen aus Holz, Stein, gebranntem Ton und Bronze, Objekte aus Gold und Metallguss, gewebte und gefärbte Textilien und illuminierte Manuskripte.

Auf den ersten Blick ganz unspektakulär erscheinen die wohl bedeutendsten Stücke aus Christoph Weickmanns Wunderkammer im Museum Ulm. Zwei weit geschnittene afrikanische Männergewänder aus Baumwolle. Sie sind die weltweit ältesten vollständig erhaltenen Baumwolltextilien des subsaharischen Afrika, dem südlich der Sahara liegenden Teil des Kontinents. Experten vermuten, dass die Textilien in den 1650er Jahren im heutigen Mali entstanden sind ― das Material Baumwolle und die Art seiner Verarbeitung legen das nahe.

Christoph Weickmann (1617-1681) erwähnt die beiden Gewänder in seinem Sammlungs-Inventar von 1659 unter der Rubrik „Fremde und kuriose Sachen“ an erster Stelle. Stolz berichtet er, es handele sich um die Kleidungsstücke eines Königs und eines Edelmannes. Für jedermann finanzierbar waren solch aufwendig gearbeitete Gewänder sicherlich nicht: Das nun in Metropolitan Museum of Art (Met) nach New York ausgeliehene Exemplar besteht aus drei verschiedenen Baumwollstoffen, die in sechzig Einzelstücken vernäht sind. Einer der Stoffe wurde nach dem Webvorgang mit Indigo gefärbt und anschließend mit einem Holzschlegel bearbeitet, um eine glänzende Oberfläche zu erzeugen.

Die beiden Kleidungsstücke waren wohl noch neuwertig und ungetragen, als ein europäischer Kaufmann sie erwarb, um sie zuhause weiterzuverkaufen. In der Sammlung Christoph Weickmann haben sie vier Jahrhunderte in nahezu perfektem Zustand überdauert.

Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog, der interdisziplinäre Perspektiven vereint, mit Beiträgen von auf mündliche Überlieferung und Islam spezialisierten Historikern, Archäologen, Philosophen und Kunsthistorikern.