Museum Ulm
++ Das Museum ist leider weiter bis 07. März 2021 geschlossen ++
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Ausstellungen 2021

Das neue Jahr beginnt wie das alte Jahr endete. Mit einer wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bedingten Museumsschließung. Der nach wie vor offene und nicht planbare Wiedereröffnungstermin wirkt sich auch unmittelbar auf das diesjährige Sonderausstellungsprogramm des Museums Ulm und des HfG-Archivs aus. Eine Vorschau unter Vorbehalt mit abwechslungsreichen, vielseitigen und anregenden geplanten Ausstellungsprojekten und verlängerten Ausstellungslaufzeiten.

Am 23. Januar 2021 hätte, zum 35jährigen Todestag, die große Sonderausstellung zu Joseph Beuys 100jährigen Geburtstagsjubiläum im Museum Ulm beginnen sollen. Gemeinsam widmen das Museum Ulm (verlängert bis 04. Juli 2021) und die Kunsthalle Vogelmann Heilbronn (neu 24. Juli – 07. November 2021) dem Jahrhundertkünstler unter dem Titel „Ein Woodstock der Ideen – Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden“ ein gemeinsames Ausstellungsprojekt. Dabei steht Joseph Beuys nicht nur als herausragende Künstlerpersönlichkeit, sondern vornehmlich auch als politische Person im Fokus sowie seine besondere und spezielle Verbindung zum deutschen Südwesten.

Im Anschluss steht zum 40. Todestag des Verlegers, Publizisten und Sammlers Kurt Fried eine Neuauflage seines vor 50 Jahren gestarteten Ausstellung „Das schönstes Bild bei mir zuhaus“ auf dem Programm. Alle Ulmer Bürger*innen sind dabei bereits im Frühjahr aufgerufen „ihr schönstes Bild“ dem Museum Ulm digital zu präsentieren. Eine Auswahl der eingereichten Bilder findet dann in den Sommermonaten seinen Platz im Museum Ulm.

Im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projektes des Fonds Digital ist im Frühjahr/Sommer das Ausstellungsprojekt „Kunstraumgewächse: Bitte gießen!“ geplant. Einem botanischen Garten vergleichbar sammelt, pflegt und zeigt das Museum Ulm Werke aus 40.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte. Die nach einen „Open-Call“ digital über die Plattform nextmuseum.io ausgewählten künstlerischen Positionen zum Thema Paradiesgarten werden nun in einem Ausstellungsprojekt zusammengeführt und das Museum in einen alternativen Ort des Staunens, Erlebens und Wiederentdeckens verwandelt. Im Herbst/Winter präsentiert dann im Rahmen des Förderprojektes das Künstler*innenkollektiv INTER sein Projekt zu Demokratie und Kollaboration im Ausstellungswesen. Zudem zeigt das Museum Ulm mit „Successful failure –  erfolgreich scheitern, zwischen Berblinger und Battle Royal“ in Kooperation mit e.tage medienkünstlerische Schüler*innenprojekte.

Zu Gast in der mittelalterlichen Sammlung des Museums Ulm sind über den Sommer hinaus zeitgenössische Werke aus der „Sammlung JohnenPrivat„. Der in Ulm geborene und aufgewachsene Jörg Johnen zählte zu den renommiertesten deutschen Galeristen mit Johnen + Schöttle (1984 bis 2008 in Köln) bis zur Johnen Galerie (2004 bis 2015 in Berlin). Seine sehr persönlich zusammen getragene private Kunstsammlung umfasst Werke von 1950 bis heute mit herausragenden internationalen künstlerischen Positionen. In einer selektiven Auswahl entwickeln diese einen besonderen Reiz in der Verbindung mit den denkmalgeschützten Räumen des Kiechelhauses und dem Zusammenspiel der dort präsentierten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Werke aus der Sammlung des Museums Ulm.

In seinem Grafikkabinett präsentiert das Museum Ulm in den Sommermonaten zudem ganz spezielle Arbeiten auf Papier aus seiner Sammlung. Künstlerische gestaltete und konzipierte Cover von Langspielplatten stehen dabei im Zentrum der Kabinettausstellung. Turnusgemäß sind im Anschluss im Herbst/Winter die 23. Triennale Ulmer Kunst als auch die noch zu kürende Preisträger*ín „Junge Ulmer Kunst“ zu Gast im Museum Ulm.

Anlässlich ihrer 30jährigen Zusammenarbeit und des 2020 entstanden Berblinger-Turms widmet das Museum Ulm im Herbst/Winter dem aus Oberschwaben stammenden und in München ansässigen Künstlerduo Brunner/Ritz eine Retrospektive. Seit 1991 schaffen Johannes Brunner (*1963, Pfullendorf) und Raimund Ritz (*1964, Meckenbeuren) gemeinsam Werke in unterschiedlichen Disziplinen und Medien: Skulpturen, Objekte, Kompositionen, Performances, Installationen, Theater- und Musiktheaterstücke, Hörspiele, Filme, Videos und Videoinstallationen sowie zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten setzen sich oft mit den Besonderheiten der jeweiligen Orte, an denen sie entstehen und für die sie entwickelt werden, auseinander.

: Verlängerte Ausstellungslaufzeiten im Museum Ulm

Die aktuell laufende Ausstellung von „Lois Hechenblaikner – Alpenglühn„, zu den Auswüchsen des Massentourismus in seiner Tiroler Heimat warten noch bis 11. April 2021 auf seine Besucher*innen. Gerade Ischgl ist für ihn mit seinen allwinterlichen Après-Ski-Exzessen ein Inbegriff eines „Delirium Alpinum“ und des „touristischen Wahnsinns“. Auch im Zusammenhang mit der Corona-Krise erlangte der Skiort im Frühjahr 2020 eine fragwürdige Berühmtheit als Hotspot, von dem aus sich Covid-19 in Europa verbreiten konnte. Das Museum Ulm präsentiert nun, als Ausstellung zur Zeit, eine Auswahl an Fotoserien, Videos und Installationen von Lois Hechenblaikner, in denen er den Wandel seiner Heimat als Beobachter begleitet.

Die Kabinettausstellung zum letztjährigen 70. Geburtstag Paco Knöllers mit Zeichnungen und Ölkreiden auf Holz konnte bis Ostermontag, 5. April 2021 abschließend verlängert werden. Der aus Obermarchtal stammenden Künstler, der heute zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschen Malern und Zeichnern seiner Generation zählt, erkannte schon während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys das Potential der Zeichnung als ein „Ur-Instrument, die Welt zu erfragen und zugleich die eigene Welt zur Anschauung zu bringen“.

Auch die Studioausstellung Archäologie „Schwarz auf Weiß – Das Rätsel der Steinzeitscheiben aus dem Blautal“ ist nun noch bis 13. Juni 2021 zu sehen. Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt von rund 200 Scheiben aus dem 6000 Jahre alten Dorf aus der Jungsteinzeit im Tal der Blau bei Ehrenstein und geht mit Hilfe der experimentellen Archäologie der spannenden Frage nach ihrer Deutung und Verwendung nach.

: Zwei spezielle Sonderausstellung im HfG-Archiv zur Geschichte der Hochschule

Das HfG-Archiv plant für das Jahr 2021 gleich zwei spezielle Sonderausstellungen zur Geschichte der renommierten Designhochschule. Mit der Schau „HfG Ulm: Ausstellungsfieber“, 1. Mai 2021 bis 19. September 2021, widmet sich das HfG-Archiv dem Zusammenhang von Design und Ausstellungen. Die Präsentation ermöglicht einen neuen Blick auf die Designhochschule im internationalen Kontext. Im Mittelpunkt steht erstmals die Ausstellungstätigkeit der Hochschule, die wesentlich zu ihrer weltweiten Wahrnehmung beitrug. Die Ausstellung bildet den Abschluss des von der Volkswagen-Stiftung geförderten vierjährigen Forschungsprojekts „Gestaltung ausstellen. Die Sichtbarkeit der HfG Ulm“, das vom HfG-Archiv Ulm, von der Hochschule Pforzheim und der Folkwang Universität der Künste Essen gemeinsam getragen wird.

Im Studio HfG steht der „Ulmer Hocker“ vom 8. Oktober 2021 bis 27. Februar 2022 im Mittelpunkt des zweiten Sonderausstellungsprojekts. Diese geht der Entstehung dieses so schlicht wirkenden Möbelstücks nach und zeigt Vorläufer und spätere Verwandlungen: von bequem bis bizarr und bis zum Berliner Hocker von Van Bo Le-Mentzel. Statt einfach Stühle für den Neubau zu bestellen, entstand im Jahr 1954 der Ulmer Hocker als gemeinsamer Entwurf von Max Bill, Hans Gugelot sowie Paul Hildinger und ist heute ein vielfach zitiertes internationales Designmöbel.

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