Museum Ulm
++ Das Museum ist leider weiter bis 07. März 2021 geschlossen ++
Neuigkeiten

Landes-Förderung Digitale Objekterfassung aus kolonialem Kontext

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg fördert das Museum Ulm bei der Aufarbeitung und digitalen Veröffentlichung ihrer Bestände mit kolonialem Bezug. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski: „Transparenz ist entscheidend. Die Museen können ihre Bestände nun weiter aufarbeiten, digital erfassen und damit global zugänglich machen.“

Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände haben am 14. Oktober 2020 im 13. Kulturpolitischen Spitzengespräch eine „3 Wege Strategie“ zur Erfassung und digitalen Veröffentlichung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland verabredet. Zentrales Ziel dieses Konzeptes ist es, Kulturgüter und andere Objekte mit kolonialem Bezug in den in Sammlungen öffentlicher Träger zu digitalisieren und in Abstimmung mit den Herkunftsgesellschaften auf geeigneten Plattformen weltweit transparent zu machen.

„Es ist der Landesregierung ein großes Anliegen, die Aufarbeitung der Kolonialzeit und ihrer Folgen in Baden-Württemberg konsequent voranzutreiben. Dabei geht es in unseren Museen darum, die Herkunfts- und Erwerbsgeschichte von Objekten aus kolonialem Kontext zu untersuchen und diese für die Herkunftsgesellschaften zugänglich zu machen“ unterstrich die Staatssekretärin Petra Olschowski des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg.

Im Rahmen der Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg wurden im Museum Ulm rund 120 Objekte mit kolonialem Bezug digitalisiert. Sie entstanden in den Jahren um 1900 in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie der Südsee und entstammen einem direkten kolonialen Kontext. Dabei bilden einzelne Speere, Pfeile und kleine Wurfspieße den Schwerpunkt des Bestands. Hinzu kommen noch Alltagsgegenstände, sowie Schmuck und kleinere kunsthandwerkliche Gegenstände, vereinzelt auch Objekte mit religiösem Kontext.

Die Werke gelangten in Konvoluten leihweise oder als Schenkung in die städtischen Sammlungen: Privatpersonen übergaben die Werke in den Anfangsjahrzehnten des letzten Jahrhunderts dem Gewerbemuseum bzw. seinem Nachfolger, dem Museum der Stadt Ulm. Nach 1945 wurde keines dieser Objekte aus kolonialem Kontext im Museum ausgestellt.

Im Rahmen der Förderung wurden zudem zwei weitere außereuropäische Werkgruppen ohne direkten kolonialen Bezug digitalisiert. Hierbei handelt es sich um 56 Fragmente koptischer Stoffe sowie eine kleinere Gruppe von peruanischen Gefäßen, deren Herkunft und Erwerbskontext weitgehend ungeklärt sind.

Im laufenden Jahr 2021 sollen die Bestände, ihre Herkunft und ihre Vorbesitzer weiter untersucht werden. Im Sinne der „3 Wege Strategie“, die Bund, Länder und Kommunen zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten vereinbart haben, wird das Museum Ulm die digitalisierten Objekte auf einer geeigneten Plattform veröffentlichen, und einen Beitrag leisten zur Transparenz im Umgang mit unserem musealen Erbe.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat die digitale Erfassung von Objektbeständen aus kolonialem Kontext im Museum Ulm mit insgesamt 4.000 Euro gefördert. Mit der Förderung wird die bisherige grundlegende Forschungsarbeit im Museum Ulm wesentlich und entscheidend weiter unterstützt. Zusätzliche Fördermittel erhielten zudem auch das Museum Mensch und Natur in Freiburg sowie die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim.

: Weitere Informationen zum Förderprogramms des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg auch unter www.mwk.baden-württemberg.de.

 

Newsletter

Bleiben Sie stets mit uns auf dem Laufenden! Mit unserem kostenlosen Newsletter informieren wir Sie gerne über unsere aktuellen Ausstellungen, Veranstaltungen und unser umfassendes Vermittlungsangebot sowie vieles mehr.

Jetzt Anmelden
heute