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Martha Rosler, Prototype (Freedom is not Free)

Martha Rosler, Prototype (Freedom is not Free)

Das Museum Ulm präsentiert neu im Rahmen seiner aktuellen großen Sonderausstellung „Transhuman – Von der Prothetik zum Cyborg“, eine monumentale bewegliche Beinprothese der renommierten und vielfach ausgezeichneten New Yorker Künstlerin Martha Rosler.

Nach einer Corona-Pandemie bedingten Verzögerung freut sich das Museum Ulm nun, eine monumentale bewegliche Skulptur der gefeierten amerikanischen Künstlerin Martha Rosler (*1943) präsentieren zu können. Die in Brooklyn geborene und lebende Künstlerin arbeitet vornehmlich in den Bereichen Video, Fotografie, Text, Installation und Performance. In ihren Arbeiten befasst sie sich mit Fragen der öffentlichen Sphäre und Alltagslandschaften, real und virtuell, insbesondere wenn sie Frauen betreffen. Seit vielen Jahren produziert Martha Rosler auch Arbeiten über Krieg und das Klima der nationalen Sicherheit, in denen sie das Leben zu Hause mit der Kriegsführung im Ausland verbindet, wobei ihre Fotomontageserien eine entscheidende Rolle spielten. Im Gegensatz zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak hat sie 2004 und 2008 ihre inzwischen bekannte Fotomontageserie House Beautiful wieder aufgenommen: Bringing the War Home, entstanden als Antwort auf den Krieg in Vietnam Ende der 1960er Jahre.

Auch die im Museum Ulm im Rahmen der Ausstellung „Transhuman“ präsentierte bewegliche Skulptur “Prototype (Freedom Is Not Free)” aus dem Jahre 2006 greift das Thema des Krieges und seiner gesellschaftlichen Relevanz auf. Die 2,50 m hohe monumentale Beinprothese ist einer weiblichen realen Prothese nachempfunden. Wie ein skulpturales Damoklesschwert schwebt sie über dem Bode und bewegt sich eindringlich in langsamem Takt. Zahlreiche Beinamputationen werden heute in Kriegs- oder Nachkriegssituationen oft durch Sprengbomben am Straßenrand verursacht und zählen zu den häufigsten Verletzungsfolgen während der US-amerikanischen Kriege im Iran und in Afghanistan. Der obere Bereich der Beinprothese ist dekoriert mit Bildern von Gucci-Designer-Pumps und erinnern so eindringlich an das Nebeneinander von Glamour und Gewalt, Mode und Krieg – Parallelwelten in der Gesellschaft unserer heutigen Zeit.

Martha Rosler wurde in Brooklyn geboren, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Sie besuchte das Brooklyn College der City University of New York und die University of California, San Diego. Sie hatte internationale Einzelausstellungen in verschiedenen renommierten Institutionen, darunter das Jüdische Museum, New York; das Museum of Modern Art, New York oder dem Centre Pompidou, Paris. Sie war an zahlreichen Gruppenausstellungen wie dem Brooklyn Museum, New York, dem Whitney Museum of American Art, New York, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, Spanien , dem LA Museum of Contemporary Art, Los Angeles, CA, und dem New Museum of Contemporary Art, New York, NY beteiligt. Im Jahr 2010 erhielt sie zudem den Lifetime Achievement Award des Guggenheim Museums. Sie lehrt an der School of Arts der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey; als auch an der Städteschule, Frankfurt a. M. sowie an der Columbia University und am Whitney Museum of American Art, New York.