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Di – So 11 – 17 Uhr, Do 11 – 20 Uhr

Sachen gibt's! Sachen gibt's! Sachen gibt`s!

Sachen gibt`s!

Wir ziehen um! (und sichten unsere Schätze)

Daran wollen wir Sie teilhaben lassen.

 

Ist das Kunst? Kann das weg? Bewahren und schätzen wir es, oder benötigen wir es nicht mehr? Diese beiden Dinge — Wetterhahn und Schalmei — sind Teil der Sammlung des Museum Ulm.

Sie haben schon ein Leben hinter sich. Der eine drehte sich auf einer Turmspitze, die andere erklang zu festlichen Anlässen. Nachdem man sie ausrangiert hatte, wurden sie nicht etwa eingeschmolzen, sondern kamen ins Museum.

Das Museum Ulm besteht aus sieben verschiedenen Häusern und beherbergt sehr unterschiedliche Sammlungen. Engagierte Bürger begannen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen. Der Verein für Kunst und Altertum sammelte seit 1841 mittelalterliche und neuzeitliche Geräte und Gemälde, im Gewerbemuseum wurden seit 1882 beispielhaft gestaltete Alltagsgegenstände zusammengetragen.

Museum der Stadt Ulm mit dem Eingang am Taubenplätzchen, 1925

Alles an einem Ort: Das Museum der Stadt Ulm 1925

All diese Schätze brauchten einen Ort, an dem sie ausgestellt und gepflegt, ihre Geschichte und Geschichten dokumentiert werden konnten — und erhielten ihn im städtischen Museum, das 1925 gegründet wurde. Dessen erster Direktor Julius Baum baute zusätzlich eine Sammlung moderner Kunst auf. Nach dem Krieg schenkte der Tübinger Urgeschichtsforscher Robert Wetzel dem Museum seine umfangreichen archäologischen Funde aus dem Lonetal: Das war der Ursprung der archäologishen Abteilung. Im Jahr 1978 wurde die Sammlung Kurt Fried Teil des Museums, und in den 1990er Jahren kam noch der Nachlass der Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) hinzu.

Mit der Sammlung wuchs auch das Museum. Immer wieder wurde es seit seiner Gründung umgebaut und erweitert.

Der Umzug ins Zentraldepot 2019

Im Jahr 2015 beschlossen die Mitglieder des Ulmer Gemeinderates, neuen Raum für die Sammlungen zu schaffen: An der Blaubeurer Straße wird zur Zeit ein neues Zentraldepot eingerichtet, in dem die vielen Dinge einen Platz finden, die gerade nicht ausgestellt werden.

Der Umzug dorthin wird in diesem Herbst beginnen. Die Dachböden und Außenlager werden geräumt, wir werden alle unsere Schätze einmal in die Hand nehmen. Bei manchen werden wir uns fragen: Warum wurden sie aufbewahrt? Was steckt dahinter für eine Geschichte? Was daran erschien einem Ulmer Bürger vor mehr als 100 Jahren daran so einzigartig oder exemplarisch, dass er es für die Nachwelt erhalten wollte?

Die Geschichte des Museums und der Dinge

Denn auch die Museumsarbeit selbst hat ja eine Geschichte. Die engagierten Bürger, die die ersten Sammlungen zusammentrugen, konnten noch nicht auf den Erfahrungsschatz von Profis zurückgreifen, wie es sie heute gibt — von Kuratoren, Registratoren, Konservatoren, Restauratoren. Vieles ist dennoch gut dokumentiert, doch sind nicht die Geschichten aller Dinge überliefert.

Foto: Sebastian Köpcke und Volker Weinmann

Der Umzug wird also spannend — und wir wollen Sie daran teilhaben lassen. Gerade bereiten wir deshalb die Ausstellung „Sachen gibt’s! — Museum in Umordnung“ vor. Dort stehen vor allem solche Dinge aus der Sammlung des Museums im Vordergrund, die nicht so offensichtlich kostbar oder bedeutend sind. Sie haben es dennoch in sich, wenn auch erst auf den zweiten Blick. Sie tragen Ulmer Geschichte und Geschichten mit sich, sie bergen Geheimnisse, sie waren einmal Teil des Alltags.

Sie spiegeln uns über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg die Weltsicht früherer Generationen und lassen uns über unsere eigene nachdenken.