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Aktuell: 24. November 2018—17. Februar 2019

Von Zauberwesen, Ungeheuern & Gespenstern

Mythen und Legenden im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts

Die fantastische Welt der Zauberwesen, Ungeheuer und Gespenster präsentiert sich im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts umfangreicher und theatralischer als dies in der westlichen Kunst der Fall ist.

Bis heute sind der Glaube an die Existenz gespenstischer Geistwesen und Besänftigungsriten zu ihrer Beschwichtigung fester Bestandteil der japanischen Volksreligion Shintoismus.
Der japanische Farbholzschnitt entwickelte sich als Folge der gesteigerten Buchproduktion während der Edo-Zeit (1603-1868) zum primären künstlerischen Darstellungsmittel. Insbesondere Schauspielerporträts und Szenen des Kabuki-Theaters genossen höchste Beliebtheit. In dessen Repertoire tauchen im 19. Jahrhundert die aufregenden und teilweise bekannten Gespenstergeschichten auf. Die theatertechnische Raffinesse des Kabuki, bestehend aus Drehbühnen, fliegendem Kostümwechsel, Kerzenlichteffekten und unsichtbaren Bühnenhelfern, kam der gruseligen Dramaturgie und Inszenierung übersinnlicher Wesen entgegen.

Da der Farbholzschnitt auf seinem hohen handwerklichen und künstlerischen Niveau die Vorgänge im Kabuki-Theater reproduzierte, wurden die Gespenstermythen in diesem Genre zum beliebten Kunstgegenstand mit Souvenircharakter. Das Erscheinungsbild der Zauberwesen entfesselte die gestalterische Fantasie sowohl des Regisseurs als auch des Holzschneiders. Auch die offensichtliche Verwandtschaft zum späteren Comic Strip und Anime Film findet Eingang in die Wechselausstellung.

Die Ausstellung wird kuratiert von Hannspeter Kunz, Sigmaringen.

Aktuell: 11. November 2018—28. April 2019

OBUMBRO
SchattenKunst ComputerSpiel

 

Das Computerspiel ist das ökonomisch vermögendste und ästhetisch vertrackteste Artefakt unserer Gegenwart. Längst schon hat es die Kinder-, aber auch Wohn- und Arbeitszimmer erobert. Und auf unseren Smartphones wollen wir Games nicht mehr missen. Spätestens seit das New Yorker Museum of Modern Art vor wenigen Jahren ausgewählte Beispiele in seine Sammlung aufgenommen hat, darf das Computerspiel zum Kanon der Kunstgeschichte gezählt werden – als neue Kunstform.

Die Ausstellung im Museum Ulm baut auf dieser Entwicklung auf und will das Computerspiel erstmals in seiner medialen Einzigartigkeit und ästhetischen Bedeutsamkeit begreifen. Zu diesem Zweck wird mit der Figur des Schattens ein besonderer Aspekt freipräpariert, der das Computerspiel mit den Anfängen unserer Kultur verknüpft – mit Kunst, Philosophie und Religion.

Wer den Begriff SCHATTEN hört, mag zuerst an Nachtseitiges, Abwegiges und Unheilschwangeres denken. Die Ausstellung räumt mit diesem negativ besetzten Klischee auf: Sie bewundert eine Heilung durch Petrus’ Schatten und bestaunt die Schemen in Platons Höhle. Sie bezeugt mit Plinius das zeichnerische Festhalten einer geliebten Silhouette und beäugt, wie eine zum Leben erweckte Statue aus dem Schatten ihres Schöpfers Pygmalion tritt. Sie beobachtet, wie Peter Schlemihls Schattenbild verschwindet und Peter Pan seinen verlorenen Schatten wieder annäht. Aus den Mythen vom Ursprung bildnerischen Darstellens zieht die Ausstellung Schlüsse für ein Verstehen des Computerspiels.

Im Zeichen des Schattens paart die Ausstellung populäre und noch zu entdeckende Computerspiele mit frühneuzeitlichen Gemälden, barocken Emblem- und zeitgenössischen Kinderbüchern, mit Comics, Zeichnungen, Werbeplakaten, Fotografien, Filmen, Schattenspielfiguren und multimedialen Installationen. Sie zeigt so, dass das Computerspiel in der Herzkammer unserer ‚Hochkultur‘ angekommen ist.

: Zur Ausstellung erscheint eine umfangreich bebilderte Publikation mit einem Vorwort von Dr. Stefanie Dathe und einem Aufsatz von Prof. Dr. Thomas Hensel. Unserem jungen Publikum dient ein neues Detektivheft zur Erforschung der Ausstellung.

: Ein Bericht der ARD Tagesthemen vom 07.11.2018 zur Ausstellung OBUMBRO:

 

: Ein Bericht des SWR Aktuell vom 08.11.2018 zur Ausstellung OBUMBRO:

 

: Die Ausstellung OBUMBRO in den Kunscht-Kulturtipps vom 15.11.18 im SWR-Fernsehen.

 

Aktuell: 12. Oktober 2018—22. April 2019

Studio Restaurierung: Vorhang auf für Magdalene Besserer

Restaurierung eines Portraits aus dem Jahr 1630

Anlässlich des Europäischen Tags der Restaurierung am 14. Oktober 2018 eröffnet das Museum Ulm die neu eingerichtete Studioausstellung Restaurierung. In wechselnden Präsentationen werden dort aktuelle Restaurierungsprojekte vorgestellt. Die Ausstellungsreihe startet mit dem Portrait der Ulmerin Magdalene Besserer, geb. Kiechel, das Andreas Schuch zugeschrieben wird. 2015 wurde es von der Restaurierungs-Studentin Christiane Kritzer als Studienarbeit restauriert.

Die Ausstellung veranschaulicht anhand des Ölgemäldes aus dem Jahr 1630 einzelne Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen und stellt das Kunstwerk einem unrestaurierten Portrait der Zeit gegenüber. Der zerstörte grüne Vorhang im Portrait der Magdalene Besserer wurde etwa mit Kupfergrün (Grünspan) rekonstruiert. Wie man dieses historische Pigment herstellt, dokumentiert ein Schülerexperiment.

Die Ausstellung wird kuratiert durch Evamaria Popp, Restauratorin (Museum Ulm).