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Aktuell: 14. Februar 2019—19. Mai 2019

Nicht mein Ding – Gender im Design

 

Gender [d͜ʃɛndɐ], das Substantiv, Neutrum
Geschlechtsidentität des Menschen als soziale Kategorie (z. B. im Hinblick auf seine Selbstwahrnehmung, sein Selbstwertgefühl oder sein Rollenverhalten)

Eine Bank zum Stillen im öffentlichen Raum, ein Hijab für den Leistungssport, ein Fahrradsattel, der die Prostata entlastet, ein rauchender Paffprotz und ein qualmendes Dämchen, Blau bevorzugt der Junge und Rosa liebt das Mädchen? Was hat Gender mit Design zu tun?

Was bedeutet es, genderspezifisch, -sensibel oder gar -blind zu gestalten? Fest steht: Neutrale Dinge gibt es nicht.

Auf vielfältige und kritische Weise gibt das Nachdenken über Gender im Design Antworten auf die immer noch offene Frage »Wie wollen wir leben?«. Diese Frage war schon am Bauhaus und an der ehemaligen HfG Ulm hochaktuell. Die Gute Form und der Funktionalismus der Nachkriegsgesellschaft waren die Antworten ihrer Zeit. Doch die Zeiten ändern sich und mit ihr Rollen- und Berufsbilder, Zielgruppen, Gestaltungsgrundsätze und -lösungen.

Eine Gestaltung »für alle«: Was bedeutet das heute? Mehr denn je ist es an der Zeit für eine umfassende Ausstellung, die diese Frage mit der alle Menschen persönlich betreffenden Kategorie Gender und den sie umgebenden Dingen verbindet. Anhand von kritischen, spielerischen, innovativen und provokanten Lösungen der angewandten Designforschung sowie von historischen und zeitgenössischen Positionen lädt die Ausstellung „Nicht mein Ding – Gender im Design“ als Ort zur lebendigen Auseinandersetzung damit ein.

Das HfG-Archiv Ulm schrieb unter dem Fokus Gender Design 2018 zum ersten Mal ein Designer-in-Residence-Programm aus. Die kanadische Architektin Olivia Daigneault Deschênes (*1993) wohnte und arbeitete während ihres dreimonatigen Stipendiums auf dem HfG Campus.

Weitere Kooperationen fanden mit dem Aicher-Scholl-Kolleg (vh ulm) und der Realschule Dornstadt statt. Die Resultate dieser Projekte bieten gemeinsam mit den Exponaten aus den 1950er und 1960er Jahren und den ihnen gegenübergestellten zeitgenössischen Positionen aus der Design- und Alltagswelt einen abwechslungsreichen Rundgang zum Nachdenken über Gender im Design.

Zeitweise stellt der Projektraum die »PUTTE« fotografische Arbeiten von Juliane Peil aus: Ihre Streifzüge durch urbane Räume der Zweilandstadt Ulm / Neu-Ulm bieten Perspektiven auf die Relation von »Gender – Space – Architecture«.

 

Eröffnung: Do 14.02.19 | 19.00 Uhr 
in der Mensa des HfG-Gebäudes
Begrüßung Iris Mann Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Soziales, Ulm Dr. Martin Mäntele Leitung HfG-Archiv Ulm
Poetry Slam Svenja Gräfen, Schriftstellerin, Leipzig/Berlin
Einführung Katharina Kurz Kuratorin Ausstellung und Pia Jerger Kuratorin Vermittlung

 

Aktuell: 26. Januar 2019—28. April 2019

Like Me!
Ulmer Freundschaftsbücher aus vier Jahrhunderten

 

Freunde sammeln wir nicht erst, seit es Facebook gibt: Schon im 16. Jahrhundert begann das „Album Amicorum“, auch Freundschafts- oder Stammbuch genannt, seine Erfolgsgeschichte.

Vor allem bei jungen Männern waren die kleinen Bücher groß in Mode. Während des Studiums, der Gesellenwanderung oder der Bildungsreise sammelten sie darin handschriftliche Einträge von Freunden, Professoren, Studienkollegen und neuen Bekannten. Diese schrieben ihnen Gedichte, gelehrte Zitate oder Lebensweisheiten ins Stammbuch oder erinnerten mit einem derben Spruch an das lustige Studentenleben. Wer das nötige Geld hatte, beauftragte einen Maler mit einer kleinen Illustration oder malte selbst etwas: Beliebt waren Wappen, Stadtansichten, Allegorien, schöne Frauen, verliebte Paare oder häusliche Szenen.

Frauen besaßen seltener ein Stammbuch als Männer, weil ihre Lebenswelten andere waren und ihre geographische Mobilität oft begrenzter. Erst als das Freundschaftsbuch im 19. Jahrhundert bei jungen Männern allmählich außer Mode kam, wandelte sich das Album zunächst zum Frauen- und schließlich zum Kinderphänomen: Als Poesiealbum mit süßlichen Einklebebildchen und Sprüchen zu Freundschaft und guter Lebensführung ist es vor allem bei kleinen Mädchen bis heute beliebt.

Inzwischen sind die Sozialen Netzwerke zu den populärsten Sammelmedien von Freunden geworden, in denen sich aber nicht mehr primär die „Follower“ verewigen, sondern die Eigner selbst darstellen. #inspirationalquotes zur Selbstverbesserung ersetzen empfindsame Freundschaftslyrik und bildungsbürgerliche Zitate.

Die Studio-Ausstellung im Museum Ulm zeigt mit rund 70 Exponaten aus dem Bestand des Museums, dem Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm, der Stadtbibliothek Ulm sowie aus Privatbesitz eine kleine Geschichte des Stammbuchs und des Freunde-Sammelns.

: Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten von Dr. Eva Leistenschneider und Dr. Gudrun Litz.

Eröffnung I Fr I 25. Januar 2019 I 19 Uhr

Aktuell: 24. November 2018—10. März 2019

Von Zauberwesen, Ungeheuern & Gespenstern

Mythen und Legenden im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts

Die fantastische Welt der Zauberwesen, Ungeheuer und Gespenster präsentiert sich im japanischen Farbholzschnitt des 18. und 19. Jahrhunderts umfangreicher und theatralischer als dies in der westlichen Kunst der Fall ist.

Bis heute sind der Glaube an die Existenz gespenstischer Geistwesen und Besänftigungsriten zu ihrer Beschwichtigung fester Bestandteil der japanischen Volksreligion Shintoismus.
Der japanische Farbholzschnitt entwickelte sich als Folge der gesteigerten Buchproduktion während der Edo-Zeit (1603-1868) zum primären künstlerischen Darstellungsmittel. Insbesondere Schauspielerporträts und Szenen des Kabuki-Theaters genossen höchste Beliebtheit. In dessen Repertoire tauchen im 19. Jahrhundert die aufregenden und teilweise bekannten Gespenstergeschichten auf. Die theatertechnische Raffinesse des Kabuki, bestehend aus Drehbühnen, fliegendem Kostümwechsel, Kerzenlichteffekten und unsichtbaren Bühnenhelfern, kam der gruseligen Dramaturgie und Inszenierung übersinnlicher Wesen entgegen.

Da der Farbholzschnitt auf seinem hohen handwerklichen und künstlerischen Niveau die Vorgänge im Kabuki-Theater reproduzierte, wurden die Gespenstermythen in diesem Genre zum beliebten Kunstgegenstand mit Souvenircharakter. Das Erscheinungsbild der Zauberwesen entfesselte die gestalterische Fantasie sowohl des Regisseurs als auch des Holzschneiders. Auch die offensichtliche Verwandtschaft zum späteren Comic Strip und Anime Film findet Eingang in die Wechselausstellung.

Die Ausstellung wird kuratiert von Hannspeter Kunz, Sigmaringen.

Aktuell: 11. November 2018—28. April 2019

OBUMBRO
SchattenKunst ComputerSpiel

 

Das Computerspiel ist das ökonomisch vermögendste und ästhetisch vertrackteste Artefakt unserer Gegenwart. Längst schon hat es die Kinder-, aber auch Wohn- und Arbeitszimmer erobert. Und auf unseren Smartphones wollen wir Games nicht mehr missen. Spätestens seit das New Yorker Museum of Modern Art vor wenigen Jahren ausgewählte Beispiele in seine Sammlung aufgenommen hat, darf das Computerspiel zum Kanon der Kunstgeschichte gezählt werden – als neue Kunstform.

Die Ausstellung im Museum Ulm baut auf dieser Entwicklung auf und will das Computerspiel erstmals in seiner medialen Einzigartigkeit und ästhetischen Bedeutsamkeit begreifen. Zu diesem Zweck wird mit der Figur des Schattens ein besonderer Aspekt freipräpariert, der das Computerspiel mit den Anfängen unserer Kultur verknüpft – mit Kunst, Philosophie und Religion.

Wer den Begriff SCHATTEN hört, mag zuerst an Nachtseitiges, Abwegiges und Unheilschwangeres denken. Die Ausstellung räumt mit diesem negativ besetzten Klischee auf: Sie bewundert eine Heilung durch Petrus’ Schatten und bestaunt die Schemen in Platons Höhle. Sie bezeugt mit Plinius das zeichnerische Festhalten einer geliebten Silhouette und beäugt, wie eine zum Leben erweckte Statue aus dem Schatten ihres Schöpfers Pygmalion tritt. Sie beobachtet, wie Peter Schlemihls Schattenbild verschwindet und Peter Pan seinen verlorenen Schatten wieder annäht. Aus den Mythen vom Ursprung bildnerischen Darstellens zieht die Ausstellung Schlüsse für ein Verstehen des Computerspiels.

Im Zeichen des Schattens paart die Ausstellung populäre und noch zu entdeckende Computerspiele mit frühneuzeitlichen Gemälden, barocken Emblem- und zeitgenössischen Kinderbüchern, mit Comics, Zeichnungen, Werbeplakaten, Fotografien, Filmen, Schattenspielfiguren und multimedialen Installationen. Sie zeigt so, dass das Computerspiel in der Herzkammer unserer ‚Hochkultur‘ angekommen ist.

: Zur Ausstellung erscheint eine umfangreich bebilderte Publikation mit einem Vorwort von Dr. Stefanie Dathe und einem Aufsatz von Prof. Dr. Thomas Hensel. Unserem jungen Publikum dient ein neues Detektivheft zur Erforschung der Ausstellung.

: Ein Bericht der ARD Tagesthemen vom 07.11.2018 zur Ausstellung OBUMBRO:

 

: Ein Bericht des SWR Aktuell vom 08.11.2018 zur Ausstellung OBUMBRO:

 

: Die Ausstellung OBUMBRO in den Kunscht-Kulturtipps vom 15.11.18 im SWR-Fernsehen.

 

Aktuell: 12. Oktober 2018—22. April 2019

Studio Restaurierung: Vorhang auf für Magdalene Besserer

Restaurierung eines Portraits aus dem Jahr 1630

Anlässlich des Europäischen Tags der Restaurierung am 14. Oktober 2018 eröffnet das Museum Ulm die neu eingerichtete Studioausstellung Restaurierung. In wechselnden Präsentationen werden dort aktuelle Restaurierungsprojekte vorgestellt. Die Ausstellungsreihe startet mit dem Portrait der Ulmerin Magdalene Besserer, geb. Kiechel, das Andreas Schuch zugeschrieben wird. 2015 wurde es von der Restaurierungs-Studentin Christiane Kritzer als Studienarbeit restauriert.

Die Ausstellung veranschaulicht anhand des Ölgemäldes aus dem Jahr 1630 einzelne Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen und stellt das Kunstwerk einem unrestaurierten Portrait der Zeit gegenüber. Der zerstörte grüne Vorhang im Portrait der Magdalene Besserer wurde etwa mit Kupfergrün (Grünspan) rekonstruiert. Wie man dieses historische Pigment herstellt, dokumentiert ein Schülerexperiment.

Die Ausstellung wird kuratiert durch Evamaria Popp, Restauratorin (Museum Ulm).