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Rückblick: 6. Oktober 2017—28. Januar 2018

Aus dem Bauch heraus
Kurt Deschler zum 100. Geburtstag

 

Anlässlich des 100-jährigen Geburtsjubiläums des Ulmer Kunstsammlers Kurt Deschler (1917–2003) zeigt das Museum Ulm eine umfangreiche Ausstellung von Kostbarkeiten aus seiner über die Jahrzehnte stetig gewachsenen Kunstsammlung.

Der intensive Austausch und Kontakt mit Künstlern seiner Zeit wie Adolf Hölzel oder Horst Antes spiegelt sich in den Exponaten seiner umfangreichen Sammlung wider. Die Ausstellung präsentiert nicht nur Gemälde, Zeichnungen und Skizzen von Horst Antes, Willi Baumeister, Adolf Hölzel, Ernst Wilhelm Nay und Pablo Picasso, sondern erzählt zugleich die Geschichte seiner Freundschaft mit dem Verleger, Journalisten und Kunstsammler Kurt Fried (1906–1981).

In ihren Sammlungen haben beide die bedeutenden Kunstströmungen ihrer Zeit wie Abstraktion, klassische Moderne und Neue Figuration rezipiert, so dass die Ausstellung nicht nur die Zeit des Umbruchs von der expressiv-abstrakten zur archaisch-figurativen Malerei nachzeichnet, sondern zugleich die zentralen Fragen der frühen Moderne nach einer neuen Definition des Bildes verdeutlicht werden.

Rückblick: 11. November 2017—28. Januar 2018

Förderpreis Junge Ulmer Kunst 2017 : Ulrike Markus – Neoplasmic Island

 

Lawinenartige Papiermassen bäumen sich im Raum auf, keramische Gewächse sprießen an den Wänden und Neoplasmen aus Bronzeblech verweben sich in hauchdünne Stränge. Die Arbeiten der Ausstellung sind erdachte Gewächse und vergrößerte Kleinstlebewesen, die sich nun sichtbar zeigen. Geheimnisvoll und Bedrückend scheint dieses neue Terrain, fragile Schachtelwände mit dystopischen Zügen. Doch dann: die Neuerfindung der Wirkformel, diesmal wirklich, es scheint so einfach. So halten sich die Biotope des Scheiterns wie hartnäckiger Husten.

Die Auseinandersetzung mit Fragilität zieht sich auf verschiedene Weisen durch das Werk von Ulrike Markus. Sie befasst sich mit den Biotopen des Scheiterns. Dieses „Kurz-Bevor“ erzeugt eine durch und durch aufgeladene Atmosphäre voller Spannung.

Ulrike Markus (*1989 Ulm I Lebt und arbeitet in Offenbach) studiert seit 2013 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bei Prof. Alexander Oppermann elektronische Medien sowie bei Prof. Susanne Winterling Bildhauerei. Das Museum Ulm präsentiert die Preisträgerin des Förderpreises Junge Ulmer Kunst 2017 in der Sparte Bildende Kunst mit der Einzelausstellung Neoplasmic Island.

Rückblick: 12. November 2017—14. Januar 2018

Walter Zeischegg – Die Natur der Form

 

Walter Zeischegg war der Hochschule für Gestaltung (HfG) seit ihren Anfängen eng verbunden. Bereits 1951 holt ihn Max Bill nach Ulm, später unterrichtete er dann als Dozent in der Abteilung Produktgestaltung. Sein 1966 für die Firma Helit entworfener stapelbarer Sinus-Aschenbecher („Ulmer Welle“) ist Teil der ständigen Design-Sammlung des MoMA in New York.

Der an der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Bildhauer ausgebildete Walter Zeischegg war immer auch an der freien Form interessiert. Besonders faszinierten ihn geometrische Strukturen, wie sie in der Natur zu finden sind. Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung Walter Zeischeggs mit der Möbiusschleife sowie der Beschäftigung mit den Werken des rumänischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876–1957). Eine große Auswahl an Zeichnungen, ergänzt um Fotografien, lassen Walter Zeischegg zudem als Zeichner und denkenden Gestalter erkennen.

 

Rückblick: 16. September 2017—7. Januar 2018

Mit Religion kann man nicht malen. Adolf Hölzel in Ulm

 

Die 1908 bis 1910 erbaute Ulmer Pauluskirche birgt in ihrem Inneren die einzige eigenhändige Wandmalerei von Adolf Hölzel (1853–1934), einem der wichtigsten Wegbereiter der Abstraktion in der deutschen Kunst. Hölzel stattete die Altarnische der Kirche mit einer monumentalen Darstellung des gekreuzigten Christus aus. Diese Wandmalerei bildete den zentralen Blickpunkt im Kirchenraum; auf sie bezogen sich die Architektur und die Innenausstattung gleichermaßen.

Eine Neugestaltung der Pauluskirche in den 1960er-Jahren griff deutlich in das künstlerische Gesamtkonzept des Innenraums ein. Auch Hölzels Wandbild wurde in Teilen übermalt und in seiner Wirkung verändert.

Der Ausstellungsteil in der Pauluskirche zeigt die Veränderung von Raum und Ausstattung, verdeutlicht die zugrundeliegenden denkmalpflegerischen Ansätze und präsentiert neue Erkenntnisse zu Hölzels Maltechnik. Zeitgleich würdigt das Museum Ulm in einer Studioausstellung die Wandmalerei und die erhaltenen Vorstudien im Kontext von Hölzels künstlerischem Schaffen und seinen theoretischen Schriften.

 

Rückblick: 23. Juni 2017—15. Oktober 2017

Artperium
Kunst. Wert. Schätzung

 

Gegründet von den beiden Künstlern Raoul Kaufer (*1957) und Peter Nowotny (*1953) macht ARTPERIUM den Kunstmarkt zum realen und virtuellen Kunstgegenstand und bietet zugleich die Möglichkeit an einem stetig wachsenden Netzwerk mitzuwirken.

Namhafte Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen werden auf der Internetplattform von ARTPERIUM in digitaler Aufbereitung jeweils in 60 000 bis 70 000 Anteilen (Merce) zum Kauf, Verkauf und Wiederverkauf angeboten. Zugleich bietet ARTPERIUM die Gelegenheit, MERCE auch in Form von Alu-Dibond-Tafeln als Unikat und greifbares Sammelobjekt zu erwerben.

Im Museum Ulm werden nun erstmals real 250 Tafeln des auf acht Metern Höhe und drei Metern Breite aus Pixel-Fragmenten bestehenden Gemäldeausschnitts der Erhebung der Heiligen Maria Magdalena von Hans Schüchlin aus dem Jahre 1480 präsentiert. Neben der Reflexion auf Marktmechanismen schafft die Kooperation mit ARTPERIUM zugleich eine Fundraising-Initiative für das Museum Ulm, das sich die Erlöse aus dem Handel mit den Künstlern teilen und die so generierten Einnahmen in Medienguides investieren wird.

 

Rückblick: 20. Mai 2017—5. Oktober 2017

Erwarten Sie Wunder!
Das Museum als Kuriositätenkabinett und Wunderkammer

 

Die Kunst- und Wunderkammern oder auch Kuriositätenkabinette des 16. Jahrhunderts gelten als Keimzellen der heutigen Museen. Gesammelt wurde hier nicht nur Kunst, sondern alles, was einzigartig, exotisch oder wertvoll war und damit als sammelnswert erschien. Nicht umsonst spricht man im Zusammenhang mit dieser Zeit vom Zeitalter des Staunens.

Diese Lust am Staunen über die Phänomene dieser Welt ist Ausgangspunkt der ersten von der neuen Museumsdirektorin Dr. Stefanie Dathe kuratierten Sonderausstellung. Zentrum der Schau ist hierbei die Kunst- und Wunderkammer des Ulmer Kaufmanns Christoph Weickmann (1617–1681) mit ihren einzigartigen Objekten und Raritäten.

Den Ordnungskategorien des 17. Jahrhunderts – Naturalia, Mirabilia, Artefacta, Scientifica, Antiquites und Exotica – folgend, lassen Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler die Atmosphäre der frühen Wunderkammern wieder aufleben und führen den Besucherinnen und Besuchern die Geheimnisse der Welt vor Augen.

 

Rückblick: 20. Mai 2017—17. September 2017

Walt Disney: Fantasien werden niemals alt

 

Als einer der kreativsten Köpfe des 20. Jahrhunderts hat Walt Disney nicht nur Mickey Mouse erfunden und mit dem Zeichentrick die filmische Erzählkunst revolutioniert, sondern ein einzigartiges Universum der Imagination geschaffen, das bis heute Generationen und Kulturen verbindet.

Die Ausstellung führt zurück zu Walt Disneys frühesten Inspirationen: zu den europäischen Märchen, die er in Stummfilmen und Bilderbüchern kennenlernte. Erstmals stellt diese Ausstellung Originalausgaben der damals erworbenen Bücher originale Zeichnungen aus seinen Filmen wie Schneewittchen, Pinocchio, Fantasia oder Das Dschungelbuch gegenüber.

Mit seiner Neugier für alle möglichen künstlerischen Ausdrucksformen vertrat Walt Disney den Anspruch mit seinem Medium die Wunder darzustellen, welche die menschliche Fantasie erschaffen kann, und zugleich für jeden verständlich zu sein. Er schuf damit eine neue Kunstform, deren Ressourcen er in der klassischen Kunstgeschichte fand.

 

Rückblick: 19. November 2016—23. April 2017

Stiftung Sammlung Kurt Fried
Kunst erleben

 

Erstmals seit 1991 zeigt das Museum Ulm nahezu vollständig die Sammlung des Journalisten und Verlegers Kurt Fried (1906–1981) und damit eine beeindruckende, fast enzyklopädische Bandbreite der Kunstentwicklungen des 20. Jahrhunderts. Als Kunstmäzen konnte er eine herausragende Sammlung mit über 440 Werken von 260 Künstlerinnen und Künstlern zusammenstellen, welche die wichtigsten künstlerischen Strömungen seiner Zeit abbildete, mit Werken von Joseph Beuys, Max Bill, Jörg Immendorff, Paul Klee, Gustav Klimt, Donald Judd, Sol LeWitt, Roy Lichtenstein, Robert Mangold, Agnes Martin, Otto Piene, Mark Rothko, Günther Uecker, Victor Vasarely und Andy Warhol.

Seit der Eröffnung seines „studio f“ im Jahr 1959 verwirklichte Kurt Fried seine Vorstellungen eines privaten Galerieraums, in dem Kunst nicht nur gezeigt, sondern auch erlebt werden konnte. Die Gesamtheit seiner Sammlung ermöglicht heutigen Besucherinnen und Besuchern nun einen unverwechselbaren Einblick in die wichtigsten Kunstströmungen jener Jahre.

 

Rückblick: 23. Oktober 2016—26. Februar 2017

Ein Sitz für den Priester
Spätgotische Kunst aus dem Ulmer Münster

 

Zur spätmittelalterlichen Ausstattung des Ulmer Münsterchors gehörte ein reich geschmückter Sitz für den Priester und seine beiden Diakone. Auf diesem auch als Vespertolium bezeichneten Möbel nahmen die Zelebranten während bestimmter Stellen der Liturgie Platz. Das Ulmer Vespertolium, das südlich des Hochaltars an der Chorwand aufgestellt war, bildete zusammen mit dem berühmten Chorgestühl und dem früheren Hochaltarretabel ein künstlerisches Ensemble. Erhalten sind heute lediglich die drei geschnitzten Figuren.

In einer Studioausstellung präsentierte das Museum Ulm die noch existierenden Figuren sowie die dazugehörigen Entwurfszeichnungen und seinen Schöpfer, den „Meister des Ulmer Vespertoliums“.

Rückblick: 25. November 2016—8. Januar 2017

Martin Scheible:
Die Heilige Familie mit Ochs, Esel und Hund

 

Seit 1992 wird jedes Jahr zur Weihnachtszeit im Ulmer Münster die hölzerne Krippe Martin Scheibles aufgestellt. Der aus Neu—Ulm stammende Bildhauer schuf das aus Lindenholz geschnitzte, 26—figurige Ensemble im Jahr 1923. Lediglich die zentralen Personen – Maria, Josef und das Jesuskind – ersetzte er elf Jahre später durch neuere Versionen. Das Museum Ulm präsentierte im Advent 2016 eine besondere Leihgabe: die Urfassung der zentralen Figurengruppe.

Zusammen mit weiteren bildhauerischen Arbeiten, Zeichnungen und Porträts aus der Sammlung des Museums zeigte die Kabinettausstellung sein facettenreiches Werk.

Rückblick: 31. Juli 2016—23. Oktober 2016

Landschaft und Interieur. Der Impressionist Max Arthur Stremel

 

Der 1859 im sächsischen Zittau geborene Maler Max Arthur Stremel prägte und verbreitete mit seinen Werken die Kunst des Impressionismus in Deutschland. Bei Sommeraufenthalten in Belgien und Holland übte er sich in der Pleinair-Malerei – der Malerei in der freien Natur – , um die Wirkung des Lichts auf die Farben der Landschaft unmittelbar beobachten und einfangen zu können. Stremels Kunst ist charakteristisch für die deutsche Ausprägung des Impressionismus, die sich zwar am französischen Vorbild orientiert, jedoch in Farbgebung, Malweise und Bildthemen durchaus eigene Wege beschreitet. 1918 ließ sich Stremel in Ulm nieder, wo er bis zu seinem Tod im Juni 1928 lebte und aktives Mitglied der Künstlergilde war.

Die Ausstellung zeigte Gemälde und Papierarbeiten aus den Ulmer Sammlungsbeständen und ermöglichte einen faszinierenden Einblick in das Leben und das Werk Max Arthur Stremels.

 

 

Rückblick: 6. Juli 2016—11. September 2016

Am Anfang der Kunst – Art at the Start

 

Vor 40 000 Jahren stießen Eiszeitjäger flussaufwärts entlang der Donau auf die Schwäbische Alb vor. Als Unterschlupf dienten ihnen die Höhlen im Urdonautal. Dort schufen sie erstmals kleine Kunstwerke, Figuren aus Mammutelfenbein sowie Musikinstrumente – ein entscheidender Sprung in der kulturellen Entwicklung des Menschen, der „Weltkultursprung“.
Die Ausstellung präsentierte Repliken der einzigartigen Funde. Die größte und geheimnisvollste Skulptur, der Löwenmensch, ist dauerhaft im Original zu sehen.

 

Rückblick: 28. Februar 2016—3. Juli 2016

Glaubensfragen.
Chatrooms auf dem Weg in die Neuzeit

 

Die multikulturelle Gesellschaft ist keine Neuheit unserer Gegenwart, sondern eine Realität, in der wir schon lange leben. Die Gemeinschaftsausstellung „Glaubensfragen“ vom Museum Ulm und dem Museum of the Bible, Washington D.C., widmete sich diesem bis heute aktuellen Thema, dargestellt am Beispiel der Religionen in Süddeutschland am Vorabend der Reformation.

Rückblick: 11. September 2015—10. Januar 2016

MACK. Das Licht meiner Farben

 

Das Museum Ulm feierte 2015 sein 90-jähriges Bestehen mit einer großen Sonderausstellung zum Werk von Heinz Mack. Bereits in den späten 1950er-Jahren stand der international erfolgreiche Künstler in regem Austausch mit Ulm. Die Präsentation „MACK. Das Licht meiner Farben“ ermöglichte mit 140 Arbeiten einen Überblick über fast 60 Jahre seines Schaffens von 1959 bis heute. Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht. Trotz dieser allgegenwärtigen Auseinandersetzung mit der Wirkung und der Darstellung von Licht sowie dem Zusammenspiel von Licht, Farbe, Struktur und Material ist sein Gesamtwerk außerordentlich vielschichtig.

 

Diesen verschiedenen Aspekten sowie der sichtbaren Präsenz des Lichts in der Malerei und in der Skulptur trug die umfassende Werkschau Rechnung.