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Rückblick: 5. Mai 2018—7. Oktober 2018

Warum Kunst?

 

Eine der spektakulärsten Entdeckungen der Archäologie, die größte Skulptur der Eiszeit-Kunst, das älteste Abbild eines Fabelwesens, das ist die im Museum Ulm präsentierte 40.000 Jahre alte Löwenmensch-Skulptur aus der Stadel-Höhle bei Ulm, die mit insgesamt sechs Höhlen auf der Schwäbischen Alb als eine der wichtigsten Fundstätten menschlichen Kunstschaffens 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Ernennung zum Weltkulturerbe und das von der Europäischen Kommission ausgerufene Kulturerbejahr 2018 bietet den Anlass zu einer Ausstellung, die der menschheitsgeschichtlichen Frage nachspürt, worin das Bedürfnis nach künstlerischer Gestaltung begründet liegt und was Kunst für unterschiedliche Kulturnationen bis heute bedeutet. Dabei existierte Kunst auf allen Stufen der menschlichen Evolution. Sie ist Medium zur Bewusstseinserweiterung und dient dem Erkenntnisgewinn. Kunst öffnet Vorstellungswelten und Glaubensvorstellungen, sie dient der Weltaneignung und Interpretation von Wirklichkeit, sie befragt sich selbst und ihre eigenen Mittel, verleiht dem Ich einen besonderen Ausdruck und macht Sinnes- und Wahrnehmungsphänomene erfahrbar.

Die Ausstellung in der kunsthalle weishaupt und dem Museum Ulm beleuchtet die Frage nach dem Warum, nach den inneren und äußeren Antriebskräften künstlerischen Gestaltens. Sie sucht Antworten auf die Frage, was der Mensch aus dem freiheitlichen Akt des Kunstschaffens für sein Dasein dazugewinnt. Jenseits stilgeschichtlicher Kategorisierungen spürt sie Wesen, Zweck und Funktionen von Kunst nach. Sie zeigt exemplarische Positionen aus Kunstgeschichte und Gegenwart. Und sie untersucht jenseits eines eurozentristischen Blicks die kulturinternen Kategorien außereuropäischer Kunsttraditionen.

In Ergänzung eines mehrjährigen Forschungsprozesses zur Historie der Migration in Ulm nach 1945 bezieht die Ausstellung in der kunsthalle weishaupt zudem in einem partizipatorischen Projekt des Künstlers Konstantin Felker (*1980) internationale Bevölkerungskreise ein. Als Orte der Begegnung und des kulturellen Austausches soll in der kunsthalle weishaupt und im Museum Ulm darüber hinaus mit der Ausstellung nicht nur die Frage thematisiert werden, welche Rolle die Kunst als Moment der gesellschaftlichen und historischen Identifikation in einer Welt zunehmender Ungewissheiten übernimmt und übernehmen kann, sondern auch ein Diskurs über die Zukunft des Museums angeregt werden.

: Zur Ausstellung erscheint eine umfangreich bebilderte Publikation mit Aufsätzen von Prof. Dr. Karin Dannecker, Dr. Stefanie Dathe, Prof. Dr. Tilman Allert und Dr. Wolfgang Ullrich. Den Katalog können Sie hier bestellen.

Mit freundlicher Unterstützung:

 

Rückblick: 7. Juli 2018—23. September 2018

22. Triennale Ulmer Kunst

 

Unter dem Eindruck der weltweit kontrovers geführten Diskussionen um die documenta 14 im Superkunstjahr 2017 und vor dem Hintergrund der Ernennung der Höhlen der ältesten Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb zum UNESCO-Weltkulturerbe stellen sich Museum Ulm und kunsthalle weishaupt in ihrer großen Sommerausstellung der Fragestellung Warum Kunst?.

Als weiteres Projekt dieser kultur-, epochen- und gattungsübergreifenden Ausstellung, orientiert sich auch das Motto, der vom BBK–Ulm e.V., dem Kunstverein Ulm, der Künstlergilde Ulm e.V. sowie dem Museum Ulm veranstalteten 22. Triennale Ulmer Kunst gleichernmaßen an der Frage, worin das menschliche Bedürfnis nach Gestaltung, Kunstschaffen und Kunstbetrachtung begründet liegen mag.

Künstlerinnen und Künstler internationaler, nationaler oder regionaler Herkunft, die in Ulm, Neu-Ulm, im Alb-Donau-Kreis oder im Landkreis Neu-Ulm geboren sind, leben oder arbeiten, wurden aufgerufen ihre Bewerbungen einzureichen und Werke aus den vergangenen drei Jahren den Mitgliedern einer unabhängigen Jury, bestehend aus Kunstwissenschaftlern, Künstlern und Kuratoren zu präsentieren. Unter den Bewerberinnen und Bewerbern, welche die Ulmer Künstlerszene schon seit vielen Jahren oder auch erst seit Kurzem bereichern, offenbarten sich vielfältige Persönlichkeiten mit unterschiedlichsten Werdegängen und Zugangsweisen zur Kunst. So führt auch die Auseinandersetzung mit jenen Positionen, die für die diesjährige Triennale ausgewählt wurden, zu überraschenden Gedanken, erstaunlichen Erkenntnissen und unerwarteten Stimmungen.

: Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Katalogbuch (96 Seiten / 14 €) mit einem Vorwort der Direktorin des Museums Ulm Dr. Stefanie Dathe. Den Katalog können Sie hier bestellen.

Rückblick: 3. März 2018—17. Juni 2018

Zhuang Hong Yi – Flowerbeds

 

Ost und West, Tradition und Moderne, Disziplin und Freigeistigkeit: Der chinesische Künstler Zhuang Hong Yi (*1962 Sichuan/China I Lebt in Rotterdam und Peking) vereint diese scheinbaren Gegensätze nahezu mühelos und verdichtet sie in Werken, die aufgrund ihres stark haptischen, dreidimensional anmutenden Charakters und ihrer changierenden Farbverläufe weniger als Bilder denn als Wandinstallationen fungieren.

Seine Flowerbeds, gleichsam aus der Leinwand sprießende Blütenköpfe, die mal hauchzart, mal betont pastos gehalten sind, zitieren in ihrer Materialsprache aus Reispapier, Tusche und Lack das chinesische Kunsthandwerk, oszillieren stilistisch jedoch zwischen europäischem Neo-Impressionismus und westlicher Abstraktion. Essenziell für Zhuang Hong Yi Werke sind die virtuos eingearbeiteten Farbchangierungen, die beim geringsten Positionswechsel des Betrachters sofort neue Effekte und Wahrnehmungen evozieren. Damit greift Zhuang Hong Yi die Grundidee der kinetischen Kunst auf; wobei die Bewegung hier nicht vom Objekt selbst ausgeht, sondern erst durch die Aktion des Rezipienten entsteht.

Die Ausstellung wird durch eine Publikation (Museum Ulm / 96 S. / zahlreiche Abbildungen / dt./engl. / 14 €) sowie von einem Veranstaltungsprogramm begleitet. Den Katalog können Sie hier bestellen.

Rückblick: 6. Mai 2018—3. Juni 2018

Ottmar Hörl – MENSCH ALBERT

 

Albert Einstein (1879 Ulm – 1955 Princeton/New Jersey) revolutionierte nicht nur die Physik und unser Weltbild. Seine Statements zu Kultur, Politik und Pazifismus inspirieren Generationen von Menschen weltweit. Als Hommage an eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts hat Albert Einsteins Geburtsstadt Ulm den international renommierten Konzeptkünstler Ottmar Hörl zur Realisierung eines seriellen Skulpturenprojektes im öffentlichen Raum eingeladen. Vom 6. Mai 2018 bis zum 3. Juni 2018 sind nun dessen Einstein-Figuren auf dem Ulmer Münsterplatz zu bestaunen.

Parallel zeigt das Museum Ulm eine Ausstellung mit aktuellen Malereien, Textelementen, Skulpturen und Fotokonzepten Ottmar Hörls zu Themen, welche Albert Einsteins wissenschaftliche Forschungsinteressen verhandeln. Seine Faszination für Weltraum, Asteroiden, Dunkel Materie oder das Potential menschlicher Fantasie. So bilden Ottmars Hörls künstlerische Interventionen im öffentlichen und musealen Raum vielschichtige Schnittstellen zu Erkenntnistheorie, Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft.

Ottmar Hörl (*1950 I, lebt und arbeitet in Frankfurt/Main, Nürnberg und Wertheim), Professor und Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, ist vor allem für seine radikalen, konsequenten Werkkonzepte und temporären Großprojekte mit seriellen Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt geworden. Er zählt zu den vielseitigsten deutschen Konzeptkünstlern und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seine Werke sind in bedeutenden Museen und Sammlungen wie dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, der Albertina Wien oder dem San Francisco Museum of Modern Art vertreten.

: Ein Projekt der Stadt Ulm in Kooperation mit dem Museum Ulm

Die Einstein-Skulpturen (Kunststoff, 94 x 32 x 22 cm, mit Prägung Ottmar Hörl) sind in den Farben graugrün, nachtblau und bronze in der Tourist-Information im Stadthaus Ulm erhältlich. Der Subskriptionspreis bis 31. August 2018 beträgt 300 €, signiert und limitiert auf 76 Exemplare 600 € (regulär 350 € / 700 €). Bestellungen sind auch per Mail an einstein@ulm.de möglich.

Rückblick: 27. Januar 2018—13. Mai 2018

Digitale Skulptur – Follow the Unknown

 

Eine Skulptur schwebt in einer digitalen Umgebung im Raum und verändert dabei ständig ihre Größe oder Oberflächenbeschaffenheit. Solch ein Bildwerk kann in der realen Welt mit ihren physikalischen Gegebenheiten nicht existieren. Diese Möglichkeiten des virtuellen Raumes bereichern das Kunstschaffen und die Innovationskraft der zeitgenössischen Künstler, die der erstmals ausgelobte Preis für digitale Skulptur des Institute of digital art an der HfK+G* Ulm honoriert, und dessen Preisträger nun in einer Ausstellung im Museum Ulm präsentiert werden.

Skulptur ist neben Malerei und Architektur eines der wichtigsten Felder der Kunstgeschichte, jedoch gelten die klassischen Definitionen und Ausprägungen von Skulptur und Plastik, die durch Abnehmen bzw. Hinzufügen physischer Materie entstehen, in digitalen Gefilden nicht mehr. 3D-Modelle erscheinen zwar in einer ähnlichen Gestalt, unterliegen aber anderen Gesetzmäßigkeiten, die es künstlerisch zu untersuchen und zu greifen gilt. In ihrer unterschiedlichen visuellen und inhaltlichen Ausrichtung thematisieren die Arbeiten jeweils essentielle Bereiche des Lebens im digitalen Zeitalter, die uns alle täglich berühren. Sie belegen zudem eine Verschränkung der virtuellen und realen Bereiche.

Die Ausstellung wird durch eine Publikation (Edition Cantz im Status Verlag / 80 S. / dt./engl. / 18 €) sowie von einem umfassenden Veranstaltungsprogramm begleitet. Den Katalog können Sie hier bestellen.

: Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Institute of digital art an der HfK+G*, Ulm

 

 

Rückblick: 10. April 2018—14. April 2018

aVOID – Tiny House on Tour

 

Leben auf 9m²: „aVOID“, so heißt die erste mobile Wohnung in Gestalt eines Reihenhauses. Der junge italienische Architekt Leonardo Di Chiara konzipierte den Prototypen, dessen Innenleben dem Vergleich mit einem Schweizer Taschenmesser durchaus standhält: Jeglicher Komfort, den es zum Schlafen, Essen, Kochen, Wohnen braucht, ist buchstäblich aus den weißen Wänden in den leeren Raum [engl. void] hervorholbar. Das minimalistische Prinzip weniger ist mehr wird in Di Chiaras Tiny House groß geschrieben, um sich so der Idee eines nachhaltigeren Lebens zu nähern und gezielt ein Modell für die wachsende Generation urbaner Nomaden zu entwickeln.

aVOID ist für ein Jahr am Bauhaus Campus Berlin Teil der „Tinyhouse University“gewesen, wo eine Nachbarschaft aus Tiny Houses im öffentlichen Raum zum Überdenken, Diskutieren und Gestalten von Lebens- und Wohnmodellen einlud. Nun geht Leonardo Di Chiara mit seinem Haus auf Tour und rollt von Berlin über München, Ulm und Mailand nach Rom. In Ulm macht das Tiny House vom am Campus der ehemaligen Hochschule für Gestaltung Ulm. In dieser Zeit gibt es, neben der Möglichkeit, das Haus zu besuchen, ein vielfältiges Programm: Test-Wohnen, Führungen, Gespräche, „Ulm Artist in aVOID“ sowie ein Workshop mit dem Tinyhouse University Gründer Van Bo Le-Mentzel.

: Veranstaltungsprogramm

Di I 10. April I 15 – 18 Uhr Open Tiny House mit Leonardo Di Chiara, 17 Uhr Führung

Mi I 11. April I 10 – 13 Uhr Open Tiny House mit Leonardo Di Chiara, 10 Uhr Führung, 18.30 Uhr Eröffnungsveranstaltung mit Leonardo Di Chiara, Architekt aVOID und Alexander Wetzig, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung HfG Ulm 

Do I 12. April I 10 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr Open Tiny House mit Leonardo Di Chiara, 15 Uhr und 17 Uhr Führung

Fr I 13. April | 10 Uhr – 16 Uhr Workshop: Tiny House Design School mit Leonardo Di Chiara und dem Tinyhouse University Gründer Van Bo Le-Mentzel (Anmeldung erforderlich über k.kurz@ulm.de, Teilnahmegebühr 15 €, inkl. Material und Mittagessen)

Sa I 14. April I 15 Uhr – 18 Uhr Abschlussveranstaltung, 16 Uhr Der Ulmer Künstler Florian Schröder (wokasoma) präsentiert und berichtet vom Test-Wohnen im aVOID Tiny House

Rückblick: 25. November 2017—8. April 2018

41 Minuten – Auf archäologischem Gleis über die Schwäbische Alb

 

41 Minuten – das ist mit Inbetriebnahme der ICE—Neubaustrecke künftig die Fahrtzeit im Regionalverkehr zwischen Ulm und Stuttgart. Bei großflächigen Ausgrabungen, die parallel zu den Baumaßnahmen stattgefunden haben, sind einzigartige Ergebnisse zur Besiedlungsgeschichte der Schwäbischen Alb von der Steinzeit bis in das Mittelalter ans Tageslicht gekommen, die mit der Sonderausstellung im Museum Ulm erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Die Forscher stießen bei ihren Untersuchungen auf Überreste von Siedlungen, Gräbern und Verkehrswegen aus nahezu allen Epochen von der Jungsteinzeit des 6. Jahrtausends v. Chr. über die keltische und römische Zeit bis in das Hohe Mittelalter. Dabei wurde deutlich, dass sich unsere modernen Mobilitätswege offenbar an Verkehrsachsen orientieren, die Jahrtausende zurückreichen.

Die Ausstellung präsentiert archäologische Fundstücke aus 7 Jahrtausenden von der Jungsteinzeit bis in das Mittelalter. Ergänzt werden die Ergebnisse der Albtrassengrabung um Funde und Befunde vom weiteren Streckenverlauf der ICE-Trasse über Wendlingen bis nach Stuttgart. Auch dort kamen bei den Arbeiten zur Tieferlegung des Hauptbahnhofs (S 21)  archäologische Zeugnisse von der Steinzeit bis in das Frühmittelalter zu Tage.

Die Ausstellung wird durch eine Publikation (144 S. mit wissenschaftlichen Beiträgen und zahlreichen Abbildungen, Thorbecke Verlag, ist an der Museumskasse zu 18 € und im Buchhandel zu 20 € erhältlich), einer Kinder-Detektivbroschüre sowie von einem umfassenden Veranstaltungsprogramm begleitet. Den Katalog können Sie hier bestellen.

: Ein Ausstellungsprojekt des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und des Museums Ulm

 

Rückblick: 3. Februar 2018—2. April 2018

Between Chairs

 

Im Sommer 1965 unterrichtete Hans Gugelot (1920 – 1965), der bereits 1954 von Max Bill als Dozent an der HfG Ulm berufen wurde, am National Institut of Design (NID) in Ahmedabad, Indien. Gemeinsam mit dem indischen Designer Gajanan Upadhyay und Studierenden entwirft er eine Sitzkombination: die India Lounge, auch 24/42 Sessel genannt, ein Beispiel für das Zusammenwirken zweier Design-Ansätze, das Systemdesigns der Hochschule in Ulm und dem Low Cost Design aus Ahmedabad.

Die Kombination, gefertigt aus Teakholz und indischem Stoff, greift in Material und Herstellung auf lokale Handwerkstraditionen zurück und verbindet diese mit zeitgenössischem Design. Die Zusammenarbeit in dieser Sommerwerkstatt ist schon damals Teil eines internationalen Netzwerkes und spiegelt das Anliegen eines modernen Indiens wieder, aus dem heraus die National Institute of Design gegründet worden ist. Eine Schule, die im Lehrplan bewusst auch auf eigene Kulturen zurückgriff.

Das Bauhaus Lab 2017, eine von der Stiftung Bauhaus Dessau getragene Sommerschule für junge Gestalter und Kuratoren, widmete sich 2017 dem India Lounge Chair, den Hans Gugelot in Ahmedabad entwarf. Die aus dem Projekt entwickelte Ausstellung wurde zunächst im Sommer/Herbst 2017 im Bauhaus-Gebäude in Dessau gezeigt und wird nun in einer Studioausstellung im HfG-Archiv präsentiert.

Die Ausstellung wird durch eine Publikation sowie von einem Veranstaltungsprogramm begleitet und bis zum 02. April 2018 verlängert.

: Ein Ausstellungsprojekt des Bauhaus Lab der Stiftung Bauhaus Dessau in Zusammenarbeit mit dem HfG-Archiv Ulm

 

Rückblick: 6. Oktober 2017—28. Januar 2018

Aus dem Bauch heraus
Kurt Deschler zum 100. Geburtstag

 

Anlässlich des 100-jährigen Geburtsjubiläums des Ulmer Kunstsammlers Kurt Deschler (1917–2003) zeigt das Museum Ulm eine umfangreiche Ausstellung von Kostbarkeiten aus seiner über die Jahrzehnte stetig gewachsenen Kunstsammlung.

Der intensive Austausch und Kontakt mit Künstlern seiner Zeit wie Adolf Hölzel oder Horst Antes spiegelt sich in den Exponaten seiner umfangreichen Sammlung wider. Die Ausstellung präsentiert nicht nur Gemälde, Zeichnungen und Skizzen von Horst Antes, Willi Baumeister, Adolf Hölzel, Ernst Wilhelm Nay und Pablo Picasso, sondern erzählt zugleich die Geschichte seiner Freundschaft mit dem Verleger, Journalisten und Kunstsammler Kurt Fried (1906–1981).

In ihren Sammlungen haben beide die bedeutenden Kunstströmungen ihrer Zeit wie Abstraktion, klassische Moderne und Neue Figuration rezipiert, so dass die Ausstellung nicht nur die Zeit des Umbruchs von der expressiv-abstrakten zur archaisch-figurativen Malerei nachzeichnet, sondern zugleich die zentralen Fragen der frühen Moderne nach einer neuen Definition des Bildes verdeutlicht werden.

Rückblick: 11. November 2017—28. Januar 2018

Förderpreis Junge Ulmer Kunst 2017 : Ulrike Markus – Neoplasmic Island

 

Lawinenartige Papiermassen bäumen sich im Raum auf, keramische Gewächse sprießen an den Wänden und Neoplasmen aus Bronzeblech verweben sich in hauchdünne Stränge. Die Arbeiten der Ausstellung sind erdachte Gewächse und vergrößerte Kleinstlebewesen, die sich nun sichtbar zeigen. Geheimnisvoll und Bedrückend scheint dieses neue Terrain, fragile Schachtelwände mit dystopischen Zügen. Doch dann: die Neuerfindung der Wirkformel, diesmal wirklich, es scheint so einfach. So halten sich die Biotope des Scheiterns wie hartnäckiger Husten.

Die Auseinandersetzung mit Fragilität zieht sich auf verschiedene Weisen durch das Werk von Ulrike Markus. Sie befasst sich mit den Biotopen des Scheiterns. Dieses „Kurz-Bevor“ erzeugt eine durch und durch aufgeladene Atmosphäre voller Spannung.

Ulrike Markus (*1989 Ulm I Lebt und arbeitet in Offenbach) studiert seit 2013 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bei Prof. Alexander Oppermann elektronische Medien sowie bei Prof. Susanne Winterling Bildhauerei. Das Museum Ulm präsentiert die Preisträgerin des Förderpreises Junge Ulmer Kunst 2017 in der Sparte Bildende Kunst mit der Einzelausstellung Neoplasmic Island.

Rückblick: 12. November 2017—14. Januar 2018

Walter Zeischegg – Die Natur der Form

 

Walter Zeischegg war der Hochschule für Gestaltung (HfG) seit ihren Anfängen eng verbunden. Bereits 1951 holt ihn Max Bill nach Ulm, später unterrichtete er dann als Dozent in der Abteilung Produktgestaltung. Sein 1966 für die Firma Helit entworfener stapelbarer Sinus-Aschenbecher („Ulmer Welle“) ist Teil der ständigen Design-Sammlung des MoMA in New York.

Der an der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Bildhauer ausgebildete Walter Zeischegg war immer auch an der freien Form interessiert. Besonders faszinierten ihn geometrische Strukturen, wie sie in der Natur zu finden sind. Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich der Auseinandersetzung Walter Zeischeggs mit der Möbiusschleife sowie der Beschäftigung mit den Werken des rumänischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876–1957). Eine große Auswahl an Zeichnungen, ergänzt um Fotografien, lassen Walter Zeischegg zudem als Zeichner und denkenden Gestalter erkennen.

 

Rückblick: 16. September 2017—7. Januar 2018

Mit Religion kann man nicht malen. Adolf Hölzel in Ulm

 

Die 1908 bis 1910 erbaute Ulmer Pauluskirche birgt in ihrem Inneren die einzige eigenhändige Wandmalerei von Adolf Hölzel (1853–1934), einem der wichtigsten Wegbereiter der Abstraktion in der deutschen Kunst. Hölzel stattete die Altarnische der Kirche mit einer monumentalen Darstellung des gekreuzigten Christus aus. Diese Wandmalerei bildete den zentralen Blickpunkt im Kirchenraum; auf sie bezogen sich die Architektur und die Innenausstattung gleichermaßen.

Eine Neugestaltung der Pauluskirche in den 1960er-Jahren griff deutlich in das künstlerische Gesamtkonzept des Innenraums ein. Auch Hölzels Wandbild wurde in Teilen übermalt und in seiner Wirkung verändert.

Der Ausstellungsteil in der Pauluskirche zeigt die Veränderung von Raum und Ausstattung, verdeutlicht die zugrundeliegenden denkmalpflegerischen Ansätze und präsentiert neue Erkenntnisse zu Hölzels Maltechnik. Zeitgleich würdigt das Museum Ulm in einer Studioausstellung die Wandmalerei und die erhaltenen Vorstudien im Kontext von Hölzels künstlerischem Schaffen und seinen theoretischen Schriften.

: Ein Ausstellungsprojekt des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart und des Museums Ulm in Kooperation mit der Adolf Hölzel-Stiftung, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Rückblick: 23. Juni 2017—15. Oktober 2017

Artperium
Kunst. Wert. Schätzung

 

Gegründet von den beiden Künstlern Raoul Kaufer (*1957) und Peter Nowotny (*1953) macht ARTPERIUM den Kunstmarkt zum realen und virtuellen Kunstgegenstand und bietet zugleich die Möglichkeit an einem stetig wachsenden Netzwerk mitzuwirken.

Namhafte Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen werden auf der Internetplattform von ARTPERIUM in digitaler Aufbereitung jeweils in 60 000 bis 70 000 Anteilen (Merce) zum Kauf, Verkauf und Wiederverkauf angeboten. Zugleich bietet ARTPERIUM die Gelegenheit, MERCE auch in Form von Alu-Dibond-Tafeln als Unikat und greifbares Sammelobjekt zu erwerben.

Im Museum Ulm werden nun erstmals real 250 Tafeln des auf acht Metern Höhe und drei Metern Breite aus Pixel-Fragmenten bestehenden Gemäldeausschnitts der Erhebung der Heiligen Maria Magdalena von Hans Schüchlin aus dem Jahre 1480 präsentiert. Neben der Reflexion auf Marktmechanismen schafft die Kooperation mit ARTPERIUM zugleich eine Fundraising-Initiative für das Museum Ulm, das sich die Erlöse aus dem Handel mit den Künstlern teilen und die so generierten Einnahmen in Medienguides investieren wird.

 

Rückblick: 20. Mai 2017—5. Oktober 2017

Erwarten Sie Wunder!
Das Museum als Kuriositätenkabinett und Wunderkammer

 

Die Kunst- und Wunderkammern oder auch Kuriositätenkabinette des 16. Jahrhunderts gelten als Keimzellen der heutigen Museen. Gesammelt wurde hier nicht nur Kunst, sondern alles, was einzigartig, exotisch oder wertvoll war und damit als sammelnswert erschien. Nicht umsonst spricht man im Zusammenhang mit dieser Zeit vom Zeitalter des Staunens.

Diese Lust am Staunen über die Phänomene dieser Welt ist Ausgangspunkt der ersten von der neuen Museumsdirektorin Dr. Stefanie Dathe kuratierten Sonderausstellung. Zentrum der Schau ist hierbei die Kunst- und Wunderkammer des Ulmer Kaufmanns Christoph Weickmann (1617–1681) mit ihren einzigartigen Objekten und Raritäten.

Den Ordnungskategorien des 17. Jahrhunderts – Naturalia, Mirabilia, Artefacta, Scientifica, Antiquites und Exotica – folgend, lassen Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler die Atmosphäre der frühen Wunderkammern wieder aufleben und führen den Besucherinnen und Besuchern die Geheimnisse der Welt vor Augen.

 

Rückblick: 20. Mai 2017—17. September 2017

Walt Disney: Fantasien werden niemals alt

 

Als einer der kreativsten Köpfe des 20. Jahrhunderts hat Walt Disney nicht nur Mickey Mouse erfunden und mit dem Zeichentrick die filmische Erzählkunst revolutioniert, sondern ein einzigartiges Universum der Imagination geschaffen, das bis heute Generationen und Kulturen verbindet.

Die Ausstellung führt zurück zu Walt Disneys frühesten Inspirationen: zu den europäischen Märchen, die er in Stummfilmen und Bilderbüchern kennenlernte. Erstmals stellt diese Ausstellung Originalausgaben der damals erworbenen Bücher originale Zeichnungen aus seinen Filmen wie Schneewittchen, Pinocchio, Fantasia oder Das Dschungelbuch gegenüber.

Mit seiner Neugier für alle möglichen künstlerischen Ausdrucksformen vertrat Walt Disney den Anspruch mit seinem Medium die Wunder darzustellen, welche die menschliche Fantasie erschaffen kann, und zugleich für jeden verständlich zu sein. Er schuf damit eine neue Kunstform, deren Ressourcen er in der klassischen Kunstgeschichte fand.

 

Rückblick: 19. November 2016—23. April 2017

Stiftung Sammlung Kurt Fried
Kunst erleben

 

Erstmals seit 1991 zeigt das Museum Ulm nahezu vollständig die Sammlung des Journalisten und Verlegers Kurt Fried (1906–1981) und damit eine beeindruckende, fast enzyklopädische Bandbreite der Kunstentwicklungen des 20. Jahrhunderts. Als Kunstmäzen konnte er eine herausragende Sammlung mit über 440 Werken von 260 Künstlerinnen und Künstlern zusammenstellen, welche die wichtigsten künstlerischen Strömungen seiner Zeit abbildete, mit Werken von Joseph Beuys, Max Bill, Jörg Immendorff, Paul Klee, Gustav Klimt, Donald Judd, Sol LeWitt, Roy Lichtenstein, Robert Mangold, Agnes Martin, Otto Piene, Mark Rothko, Günther Uecker, Victor Vasarely und Andy Warhol.

Seit der Eröffnung seines „studio f“ im Jahr 1959 verwirklichte Kurt Fried seine Vorstellungen eines privaten Galerieraums, in dem Kunst nicht nur gezeigt, sondern auch erlebt werden konnte. Die Gesamtheit seiner Sammlung ermöglicht heutigen Besucherinnen und Besuchern nun einen unverwechselbaren Einblick in die wichtigsten Kunstströmungen jener Jahre.

 

Rückblick: 23. Oktober 2016—26. Februar 2017

Ein Sitz für den Priester
Spätgotische Kunst aus dem Ulmer Münster

 

Zur spätmittelalterlichen Ausstattung des Ulmer Münsterchors gehörte ein reich geschmückter Sitz für den Priester und seine beiden Diakone. Auf diesem auch als Vespertolium bezeichneten Möbel nahmen die Zelebranten während bestimmter Stellen der Liturgie Platz. Das Ulmer Vespertolium, das südlich des Hochaltars an der Chorwand aufgestellt war, bildete zusammen mit dem berühmten Chorgestühl und dem früheren Hochaltarretabel ein künstlerisches Ensemble. Erhalten sind heute lediglich die drei geschnitzten Figuren.

In einer Studioausstellung präsentierte das Museum Ulm die noch existierenden Figuren sowie die dazugehörigen Entwurfszeichnungen und seinen Schöpfer, den „Meister des Ulmer Vespertoliums“.

Rückblick: 25. November 2016—8. Januar 2017

Martin Scheible:
Die Heilige Familie mit Ochs, Esel und Hund

 

Seit 1992 wird jedes Jahr zur Weihnachtszeit im Ulmer Münster die hölzerne Krippe Martin Scheibles aufgestellt. Der aus Neu—Ulm stammende Bildhauer schuf das aus Lindenholz geschnitzte, 26—figurige Ensemble im Jahr 1923. Lediglich die zentralen Personen – Maria, Josef und das Jesuskind – ersetzte er elf Jahre später durch neuere Versionen. Das Museum Ulm präsentierte im Advent 2016 eine besondere Leihgabe: die Urfassung der zentralen Figurengruppe.

Zusammen mit weiteren bildhauerischen Arbeiten, Zeichnungen und Porträts aus der Sammlung des Museums zeigte die Kabinettausstellung sein facettenreiches Werk.

Rückblick: 31. Juli 2016—23. Oktober 2016

Landschaft und Interieur. Der Impressionist Max Arthur Stremel

 

Der 1859 im sächsischen Zittau geborene Maler Max Arthur Stremel prägte und verbreitete mit seinen Werken die Kunst des Impressionismus in Deutschland. Bei Sommeraufenthalten in Belgien und Holland übte er sich in der Pleinair-Malerei – der Malerei in der freien Natur – , um die Wirkung des Lichts auf die Farben der Landschaft unmittelbar beobachten und einfangen zu können. Stremels Kunst ist charakteristisch für die deutsche Ausprägung des Impressionismus, die sich zwar am französischen Vorbild orientiert, jedoch in Farbgebung, Malweise und Bildthemen durchaus eigene Wege beschreitet. 1918 ließ sich Stremel in Ulm nieder, wo er bis zu seinem Tod im Juni 1928 lebte und aktives Mitglied der Künstlergilde war.

Die Ausstellung zeigte Gemälde und Papierarbeiten aus den Ulmer Sammlungsbeständen und ermöglichte einen faszinierenden Einblick in das Leben und das Werk Max Arthur Stremels.

 

 

Rückblick: 6. Juli 2016—11. September 2016

Am Anfang der Kunst – Art at the Start

 

Vor 40 000 Jahren stießen Eiszeitjäger flussaufwärts entlang der Donau auf die Schwäbische Alb vor. Als Unterschlupf dienten ihnen die Höhlen im Urdonautal. Dort schufen sie erstmals kleine Kunstwerke, Figuren aus Mammutelfenbein sowie Musikinstrumente – ein entscheidender Sprung in der kulturellen Entwicklung des Menschen, der „Weltkultursprung“.
Die Ausstellung präsentierte Repliken der einzigartigen Funde. Die größte und geheimnisvollste Skulptur, der Löwenmensch, ist dauerhaft im Original zu sehen.

 

Rückblick: 28. Februar 2016—3. Juli 2016

Glaubensfragen.
Chatrooms auf dem Weg in die Neuzeit

 

Die multikulturelle Gesellschaft ist keine Neuheit unserer Gegenwart, sondern eine Realität, in der wir schon lange leben. Die Gemeinschaftsausstellung „Glaubensfragen“ vom Museum Ulm und dem Museum of the Bible, Washington D.C., widmete sich diesem bis heute aktuellen Thema, dargestellt am Beispiel der Religionen in Süddeutschland am Vorabend der Reformation.

Rückblick: 11. September 2015—10. Januar 2016

MACK. Das Licht meiner Farben

 

Das Museum Ulm feierte 2015 sein 90-jähriges Bestehen mit einer großen Sonderausstellung zum Werk von Heinz Mack. Bereits in den späten 1950er-Jahren stand der international erfolgreiche Künstler in regem Austausch mit Ulm. Die Präsentation „MACK. Das Licht meiner Farben“ ermöglichte mit 140 Arbeiten einen Überblick über fast 60 Jahre seines Schaffens von 1959 bis heute. Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht. Trotz dieser allgegenwärtigen Auseinandersetzung mit der Wirkung und der Darstellung von Licht sowie dem Zusammenspiel von Licht, Farbe, Struktur und Material ist sein Gesamtwerk außerordentlich vielschichtig.

 

Diesen verschiedenen Aspekten sowie der sichtbaren Präsenz des Lichts in der Malerei und in der Skulptur trug die umfassende Werkschau Rechnung.