Museum Ulm Logo Museum Ulm Logo Museum Ulm

Sammlungen Sammlungen Sammlungen

Archäologie

Die Archäologische Sammlung

Die archäologische Abteilung des Museum Ulm umspannt einen zeitlichen Bogen von der Zeit des Neandertalers bis in das Ulm des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Absoluter Höhepunkt ist der weltweit einzigartige Löwenmensch, mit dem das Museum Ulm eines der ältesten figürlichen Schnitzwerke der Welt besitzt. Die Mensch-Tier-Skulptur aus Mammutelfenbein ist ca. 40.000 Jahre alt und wurde in der Stadel-Höhle im Lonetal entdeckt, die im Jahre 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Alte Kunst

Alte Kunst

Die Sammlung Alter Kunst widmet sich der Ulmer Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis 1800. Sie umfasst Malerei, Skulptur, Arbeiten auf Papier, Goldschmiedekunst, Möbel und Uhren aus fünf Jahrhunderten, einen umfassenden Bestand zum Ulmer Zunftwesen sowie historische Ansichten und Modelle der Stadt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet der umfangreiche Bestand spätgotischer Kunst aus Ulm und Oberschwaben. Von einzigartigem Rang sind auch die rund achtzig erhaltenen Werke aus der ehemaligen Kunst- und Wunderkammer Christoph Weickmanns (1617–1681) mit ihren wertvollen Exotica aus Afrika, Mittelamerika und Asien.

 

Ausgestellt ist die Sammlung Alter Kunst im denkmalgeschützten Kiechelhaus, dem Wohn- und Geschäftshaus der Ulmer Kaufmannsfamilie Kiechel. Das um 1600 entstandene Gebäude mit seinen aufwendigen Stuck- und Holzdecken ist eines der besterhaltenen Beispiele für gehobene Wohnkultur im Ulm der Renaissance.

Moderne

Die Anfänge

Gründungsdirektor Prof. Dr. Julius Baum (1882–1959) gliedert bei seinem Amtsantritt 1924 die Städtische Gemäldegalerie der Gegenwartskunst, die wenige Wochen vor seinem Amtsantritt im Schwörhaus eröffnet worden war, den Museumsbeständen ein. Dieser Bereich der aktuellen Kunst beinhaltete insbesondere Gemälde von Künstlern aus Ulm und der Region sowie der Münchner Schule und der Stuttgarter Akademie. Der Bestand, durch Ankäufe und Leihgaben aktiv von Baum zu einer Galerie der Moderne im Museum ausgebaut, ist heute bedauerlicherweise nahezu vollständig verloren: Im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ wurden die Werke beschlagnahmt und entweder im Austausch für Devisen ins Ausland verkauft oder verbrannt.

Moderne

Die grafische Sammlung

Diese Lücke versuchte man in den Nachkriegsjahren im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu füllen, indem das Sammlungsfeld von Gemälden auf Grafiken verlagert wurde. Heute umfasst die überragende grafische Sammlung rund 25 000 Arbeiten. Sie bietet einen Überblick über die wesentlichen Strömungen und prägenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, wobei diese von französischer Grafik des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts, über eine umfassende Werkgruppe Picassos, Vertreter des deutschen Expressionismus, des Blauen Reiters, der Brücke und des Bauhaus bis in die Zeit nach 1945 reichen. Seit 1970 standen nicht mehr nur das Einzelwerk eines Künstlers im Vordergrund, sondern zusammenhängende Zyklen und die Arbeiten von Künstlergruppen. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit der Arbeiten können diese nur zeitweise gezeigt werden, meist im Rahmen thematischer Sonderausstellungen.

Moderne

Die Stiftung Sammlung Kurt Fried

Seit 1978 kam es zu einer außergewöhnlichen Bereicherung der gesammelten modernen Kunst: Der Ulmer Sammler, Publizist und Verleger Kurt Fried (1906–1981) schenkte dem Museum seine hochkarätige Kunstsammlung mit rund 300 Werken. Beginnend im Jahr 1959 stellte Kurt Fried in seiner nicht-kommerziellen Galerie, dem „studio f“, regelmäßig progressive Kunst aus, die in den Museen Deutschlands noch nicht vertreten war. Aus den meisten seiner Ausstellungen und darüber hinaus erwarb er Werke von damals aufstrebenden, internationalen Künstlern. So wurde seine Sammlung zu einem echten „Kursbuch“ für die Kunst nach 1945. Die wichtigsten Strömungen künstlerischen Schaffens der USA und Europas sind durch Gemälde, Skulpturen, Objekte und Mappenwerke namhafter Künstlerpersönlichkeiten aus den 1950ern bis in die 1970er-Jahre dokumentiert. Später wurde die Sammlung mit Werken der 1980er-Jahre ergänzt.

HfG Ulm

HfG Ulm

Die Hochschule für Gestaltung, 1953 von Inge Scholl, Otl Aicher und Max Bill gegründet, schrieb bis zu ihrem frühen Ende 1968 Design-Geschichte. Bis heute sind die Errungenschaften dieser Institution von grundlegender Bedeutung für die Ausbildung und Arbeit von Gestaltern und Designern ebenso wie für die Forschung.

Im Museum Ulm bietet eine Präsentation Einblick in Lehre und Produkte der berühmten Hochschule. Das HfG-Archiv selbst ist seit 2011 im originalen Gebäude der Hochschule zu finden. Mit der ständigen Ausstellung „Von der Stunde Null bis 1968“ sowie spezifischen Sonderausstellungen lässt sich die wechselvolle Geschichte der HfG von ihrer Gründung bis zu ihrem Ende am Originalschauplatz erleben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hfg-archiv.ulm.de

Provenienzforschung

Provenienzforschung

Die Provenienzforschung ist für das Museum Ulm ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Zeit und ihrer Verbrechen und zur Erinnerung an menschliche Schicksale, die mit dem Verlust von Kulturgütern, vor allem infolge des Entzugs durch den Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945, untrennbar verbunden sind.

Ziel des vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Forschungsprojektes ist deshalb die systematische Überprüfung der Sammlungsbestände des Museums Ulm im Hinblick auf mögliche ungeklärte Provenienzen und NS-verfolgungsbedingt entzogene bzw. unter Zwang veräußerte Objekte, die sich auf direktem oder indirektem Wege in der Sammlung befinden.

Der Fokus liegt dabei auf jenen Zugängen, die in den Jahren von 1933 bis 1945 durch Kauf, Schenkung, Tausch, Stiftung oder Leihgabe erfolgten, wobei auf Zugänge aus dem Kunsthandel und Privatbesitz ein besonderes Augenmerk liegt. Eine systematische Ausweitung der Untersuchung auf Zugänge nach 1945 ist aufgrund des Umfanges erst in einem Folgeprojekt möglich; bei konkreten Verdachtsmomenten hingegen werden auch diese Sachverhalte erforscht.

Die Provenienzforschung im Museum Ulm wird gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste:

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.kulturgutverluste.de und www.lostart.de.

Restaurierung

Restaurierung

Schwerpunkte der museumseigenen Restaurierungsabteilung sind die konservatorische und restauratorische Pflege der umfangreichen Bestände und die Betreuung der Leihgaben in den Wechselausstellungen.

Um den Museumsobjekten ein langes Leben zu ermöglichen, werden im Rahmen der präventiven Konservierung das Raumklima überwacht, Objektsicherungen vorgenommen und die Präsentation der Objekte in geeigneten Rahmen- oder Vitrinensystemen optimiert. Durch eingehende optische Untersuchungen zur Werkstoffauswahl sowie zu Mal- und Fasstechniken liefern die Restauratorinnen in enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren einen wichtigen Forschungsbeitrag.